...at the boarderline...

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Viele Leser der Electronicbude haben mir die Frage zukommen lassen, ob ich den Beitrag ........ >im Tal der Ahnungslosen< wieder online stellen könnte.

Meine Antwort darauf ist ein eindeutiges ja klar !

...hiermit möchte ich den Wunsch der Leser erfüllen und diesen Beitrag in einer Kurzform hier wieder online stellen.

Sendeturm auf dem Großen Waldstein im Fichtelgeb.

Wegen den damaligen Verhältnissen in der DDR, war es für viele Menschen dort der einzige Wahrheitsgetreue Informationsweg,  sich über die im westen gelegenen  Rundfunksender zu informieren.
In diesem Zusammenhang trug z. B. ein Sender eine bedeutende Rolle. Mit seinen Mittelwellen Sendeanlagen in Berlin und in Hof,  konnte der Rias Sender auf der Mittelwelle weite Teile der damaligen DDR versorgen.
Zu einem etwas Späteren Zeitpunkt kamen dann die UKW und die TV Sender aus dem Westen in Betracht. Eine wichtige Rolle spielten z. B. die Standorte Bungsberg, Hoher Meißner, Kreuzberg in der der Rhön, Großer Waldstein.

Eine der größten Bedeutung überhaupt, erlangte aber dabei sehr wohl ein Sender im Fichtelgebirge - der Ochsenkopf. Ebenso möchte ich über das Tal der Ahnungslosen berichten, worin dieser Sender eine große Rolle spielte.

Wie, sie wissen nicht wo sich dieses Tal befindet ?

Es war seiner Zeit eine satirische Bezeichnung für eine Region im Südosten der ehemaligen DDR im Bezirk Dresden. (das Elbtal und die Täler der sächsischen Schweiz) Korrekterweise umfasste das Tal der Ahnungslosen aber große Teile Ostsachsens, insbesondere auch weite Teile der Oberlausitz, in der Westradio auf UKW und Westfernsehen, terrestrisch auch mit großem Aufwand nicht zu empfangen war.

Scherzhaft wurde die Abkürzung ARD (eigentlich Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) mit „Außer Raum Dresden“ erklärt.
Die Pointe ließ sich durch voranstellen von ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) noch verstärken: ZDF, ARD: Zentrales Deutsches Fernsehen, außer Raum Dresden.
Der Begriff Westfernsehen bezeichnete während der Deutschen Teilung alle westeuropäischen Fernsehsender, die in der DDR neben dem DDR-Fernsehen zu empfangen waren.
ARD und ZDF konnten fast überall (außer dem östlichen Sachsen, wo der Begriff Tal der Ahnungslosen geprägt wurde und dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern) empfangen werden, NDR, SFB, HR, BR, und der Sender RIAS, nur in bestimmten Regionen. Im Berliner Raum war noch amerikanisches, britisches und französisches Soldatenfernsehen empfangbar, meist jedoch nur in Grenznähe. Angehörigen der Staatsorgane, aber auch der NVA, der Polizei und Feuerwehr war es verboten, diese westlichen Fernsehsender zu schauen.

Anfang der 1960er Jahre wurde in der „Aktion Ochsenkopf“ die Bevölkerung aufgefordert, jene Vorrichtungen in den Fernsehgeräten, die Westempfang ermöglichten, zu entfernen und Antennen, die nach Westen gerichtet waren, zu beseitigen.
Die Aktion war nach dem westdeutschen Senderstandort Ochsenkopf im Fichtelgebirge benannt. Dieser Senderstandort wurde vom Bayerischen Rundfunk natürlich so ausgewählt, das bedingt durch seiner geografischen Lage (1024m über NN) und seiner Senderausstattung (VHF Band 1 - K4 - 100KW Vertikal), weite Teile der "Ostzone" (bis zu 250Km) damit versorgt werden konnten.

 

................................................ BR Sendeturm Ochsenkopf -->

<-- BR Sendeturm Kreuzberg / Rhön

 

Einen 2. guten Senderstandort hat der Bayerische Rundfunk auf dem Kreuzberg in der Rhön (928m über NN.).
Dieser Senderstandort war zu dieser Zeit damals ebenfalls mit einem starken VHF Band 1 TV Sender ausgestattet. Auf dem VHF Band 1 wurde auch hier mit reichlich Leistung (100KW) auf den TV KanalK 3 weit in die damalige DDR - das Westfernsehn gesendet.

Es gab natürlich auch andere starke Sendeanlagen entlang der Zonengrenze, in West sowie in Ost, aber der Sender auf dem Ochsenkopf war wohl der bekannteste unter diesen Sendern.

Das Fernsehen der DDR konnte solche "Widersacher aus dem Westen" natürlich gar nicht gebrauchen. Hetzkampagnen über das Westfernsehn waren von einer großen staatlich gelenkten Presseberichterstattung (Eduard Schnitzler) und Denunziations-versuchen auch seitens der FDJ begleitet.
Der schwarze Kanal, (war zu DDR Zeit das Hetzmagazin im TV) seine Sendung, in der er Ausschnitte aus dem Westfernsehen im Sinne der DDR-Führung kommentierte.
Von Teilen der Bevölkerung auch Sudel-Ede genannt.
Nach Schnitzlers Angaben war Sudel-Ede jedoch kein Volksmund, sondern eine Erfindung des Senders RIAS.
Sein westlicher Gegenspieler war der Journalist Gerhard Löwenthal, der in der Sendung ZDF-Magazin Menschenrechts-verletzungen der DDR ins Visier nahm.

Dennoch scheiterten die Kampagnen in der DDR schon nach wenigen Wochen, weil zu viele Bürger sich der Überwachung der Problematik in ihren Privatwohnungen entziehen konnten. Notfalls durch so genannte Nachtantennen, die nur zum Fernsehempfang in der Dunkelheit herausgefahren oder aufgebaut wurden. So konnte jeder der es wollte das Westfernsehn empfangen.

Es gab aber trotz solcher Aktionen nie ein gesetzliches Verbot in der DDR des Westfernsehkonsums.
In den 70er Jahren, begleitet von der Entspannungspolitik zwischen der BRD und DDR, sah die Staatsführung das Thema gelassener und nahm es als selbstverständlich hin, dass die Bürger Westfernsehen schauten. Damals sollen laut Umfragen schon 70 Prozent aller Fernsehgerätebesitzer Westfernsehen gesehen haben.