................ ...in Erinnerung an die AM Sendeanlage Jülich .. von DL2LN und DO3KHP

 

 

Wer mit einem Fahrzeug schon mal die Autobahn A 44 entlang gefahren ist, wird in der Nähe der Stadt Jülich, oberhalb der Rurauen diese imposante Erscheinung schon bewundert haben. Vorallen nachts sind die vielen roten Flugwarnlampen dieser Sendeanlage weithin sichtbar. Nun hat dieser Großsender auf der Merscher Höhe seine Aufgabe als Sendeanlage erfüllt und wurde demontiert. Es soll Platz für andere Dinge geschaffen werden, die man dort geplant hat. Es wird an einem Freizeitpark oder ähnlichen Dingen gedacht. Schade ist nur, dass sich für so eine Sendeanlage leider kein geeigneter Investor mehr findet. Anscheinend will keiner für die hohen Kosten die durch den Sendebetrieb entstehen, aufkommen.

Leider geht damit das AM Sendersterben weiter, demnächst sollen hier in Jülich wahrscheinlich alle Sendemasten demontiert werden. 2 oder 3 . Dieser Maste sollen erhalten bleiben und an die Zeit dieser Sendeanlage erinnern.

 

 

Der Kurzwellen Großsender Jülich (Merscher Höhe) war im Westen Europas, wohl eines der stärksten AM Sendeanlagen. Die Geschichte dieser Sendeanlage in Jülich begann im Jahre 1953. Die Deutsche Welle startete mit zwei jeweils 20 kW starken Sendern. Diese beiden Sender wurden vom Mittelwellensender Osterloog nach Jülich gebracht und dort aufgenaut. Es handelte sich aber nur um ein Profisorium, denn ab 1955 entstand in Jülich für die Deutsche Welle eine leistungsstarke Sendeanlage. In mehreren Bauabschnitten zwischen 1956 und 1968 gingen hier insgesamt zehn Sender mit einer Leistung von jeweils 100 kW in Betrieb. Später kamen nochmals 2 Sender aus Osterloog hinzu, die nach der Einstellung des dortigen Rundfunkbetriebs (an seine Stelle trat die Nutzung als Sendeanlage für den Seefunkdienst von Norddeich Radio) ebenfalls nach Jülich umgesetzt wurden.

In Erinnerung an diese Sendestation...

Heute nun, am Donnerstag den 15. 04. 2010 wurde mit der Demontage dieser Sendeanlage begonnen. Horst S. sagte mir via Telefon bescheid. Dieser Funkfreund knipste immer wieder die aktuellsten Fotos über diese Demontage. Einige dieser Fotos möchte ich keinen vorenthalten.

Die Ära der AM-Sendestelle Jülich ist zu Ende. Heute sind die letzten Bilder der verbleibenden Masten aufgenommen worden, nach den Abschluss der Aufräumarbeiten ist der Rückbau der Rundfunksendestelle Jülich nach ca. einen halben Jahr am 15.10.2010 beendet. Ein halbes Jahr ist der Abbau in seinen Stufen mit Wehmut begleitet worden und dies auf Fotos dokumentiert.
Die Wahrzeichen, Wegemarke aus dem Jülicher Land gibt es nicht mehr, ebenso keine roten flugwarn Lichter in der Nacht. Die Merscher Höhe liegt nun leer und verwaist vor den Toren Jülichs.

Wie oben beschrieben bleiben das Sendehaus und 3 Masten erhalten, einer direkt an der A44 gelegen, einer am ehem. Haupteingang, und einer unmittelbar am Sendehaus, wie und wozu sie zukünftig genutzt werden ist offen.
Über die weitere Verwendung ist auch heute über die üblichen Kanäle nichts in Erfahrung zu bringen.

Am 08.11.10 konnte man folgende Meldung in der AZ lesen:

Die beiden letzten Sendemasten auf der Merscher Höhe, über Jahrzehnte weithin sichtbare Wahrzeichen Jülichs, werden ebenfalls verschrottet. Der Betrieb des Kurzwellensenders war bereits am 24. Oktober 2009 eingestellt worden. Es hätten sich keine Interessenten für den Sender gefunden, erläutert der Duisburger Immobilienkaufmann Herbert Bollmann. Zwei der Wahrzeichen sollten ursprünglich nach dem Abriss von insgesamt 30 Sendemasten erhalten bleiben.

«Die Unterhaltungskosten sind hoch, auch der dauerhafte Betrieb des Leuchtfeuers ist nicht billig», nennt Bollmann in erster Linie Kostengründe. Zudem hätten sich Kabeldiebstähle gehäuft.

Interesse das einige Masten etwa als Technikdenkmal zu erhalten, war auch in der Jülicher Politik nicht vorhanden. «Der Planungsausschuss hat damals entschieden, dass der Investor alle Sendemaste umlegen darf, wenn er möchte. Denn man sah keinen Sinn darin, zwei gegenüberliegende Maste in so großer Distanz zu einander zu erhalten», erklärt Martin Schulz, Beigeordneter der Stadt Jülich.
Horst S. Hartmut P.