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| die neue Hybrid Endstufe |
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| das neue Layout |
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Golden Oldies...
sind leider nur solange "Golden" wie sie ihrer Aufgabe gerecht werden, bzw. die ungeteilte Aufwerksamkeit ihres Besitzers bekommen. Ansonsten verschwinden sie ganz schnell von der Bildfläche, entweder auf den Weg ins Nirwana oder auf schnell vergessene Positionen in Speichern oder Kellern. |
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Soweit sollte es jedoch mit diesem "Altertümchen" nicht kommen. Etwa 20 Jahre hatte er auf dem Buckel, der HI FI Vverstärker ROTEL RA500. Bis er dann irgendwann der Masse der zu produzierenden Geräusche (Meine Meinung: Musik kann man das neumodische Spektakel von heute eigentlich nicht mehr nennen) erliegen musste. Wahrscheinlich hatte die Endstufe nicht mal mehr die Zeit, mit der weißen Fahne zu winken, damit der "Musik-Liebhaber" sein jähes Sterben rechtzeitig erkennen konnte.
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Wie dem auch sei, irgendwie bekam ich das "Schätzchen" mit der Aufgabe, ihm wieder Leben einzuhauchen. Als Erstes mal schauen, was mit der Electronic im verstärker los ist. Der Besitzer meinte nur, dass der Amp bei normaler Lautstärke verzerren würde. Also - Tonquelle (CD-Player) und Lautsprecher angeschlossen und das Teil mal eingeschaltet. Die Verzerrungen waren dann auch eindeutig zu vernehmen, und das bereits bei 1/3 Lautstärke. Im leisen Bereich und über Kopfhörer klang das Teil noch nicht mal schlecht. Dem Besitzer scherzhaft zu erklären, dass diese Lautstärke doch für die Hörnervschädigende Geräuschkulisse ausreichend wäre, traute ich mich nun doch nicht.
Die Verzerrungen können verschiedene Ursachen haben. Abgesehen von defekten Emitter Wiederständen in den Endstufen wäre etwas zu einfach. Unter Umständen wäre auch eine schadhafte Spannungsversorgung im Vorverstärker als Fehlerquelle möglich. |
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Die Versorgung der Endstufe, einer kleinen Kraftwaffel von Sanken, erfolgte mit +/- 35 Volt. Die waren auch präsent und machten keinerlei Anstalten " in die Knie zu gehen". Somit konnte ich in der Spannungsversorgung keinen Fehler feststellen. Das hieß dann für mich - weiter suchen. In einer solchen Situation ist es von Vorteil, einen NF-Signalverfolger zu verwenden. Mit einem solchen Signalverfolger testet man den zu untersuchenden Verstärker in den verschiedenen Verstärkerstufen, ob diese ihre Funktion auch vernünftig ausführen. Erkennbar an dem einwandfreien Signal, welches aus dem Signalverfolger zu hören ist. Sind dort Verzerrungen zu vernehmen, hat die gerade untersuchte Stufe sehr wahrscheinlich einen defekt. |
Gut gerüstet begab ich mich nun auf Fehlersuche. Bis zum NF-Eingang des Endstufen-IC´s ließ sich das Signal einwandfrei vernehmen. Weiter konnte ich nicht testen, weil das IC ein Hybrid-Baustein ist, dessen "Innereien" nicht - ohne das Teil zu demolieren - zugänglich sind. Außerdem sind solche Endstufen-IC´s der Kompaktheit wegen ohnehin nicht reparabel.
Hier blieb nur die Möglichkeit, das eindeutig defekte IC auszutauschen. Frohen Mutes begab ich mich nun auf die Suche nach einem Endstufen-IC mit der Bezeichnung SI1725HD von der Firma Sanken. Und ich suchte, und suchte, und suchte, und suchte. Tja - das ist das Problem, wenn es für solche Altertümchen irgendwann keinen Service mehr gibt. Es war einfach nicht mehr zu beziehen. Welch ein Ärger. Noch nicht mal ein äquivalentes IC - nichts!
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Es gibt neben den negativen Situationen auch solche, die einem das Leben erleichtern. Eine davon ist die Tatsache, Freunde zu haben mit den gleichen Interessen und Ambitionen. Einer dieser guten Freunde riet mir dazu, statt des "alten" IC´s ein anderes, ähnliches einzubauen. Dieses IC könne er auch kurzfristig besorgen. Diesem Vorschlag stimmte ich zu, ohne zu wissen, worauf ich mich eingelassen hatte. Ähnlich war das IC ja, Jedoch sämtliche Anschlüsse waren anders geschaltet als beim Original. Deshalb war es in dem Fall notwendig, eine separates neues Layout anzufertigen - für ein STK465. Das wäre ein Aufwand, der sich eigentlich nicht rechnen würde - das war mir klar. Andererseits dient eine gewisse Herausforderung ja auch dazu festzustellen, wo bei einem Menschen die Grenzen sind. Auch die zweite Hürde, das OK des Besitzers, war nach Rücksprache mit diesem genommen. Ja, und damit begann die Zeit, reichlich Erfahrungen zu sammeln.
Erst mal war es wichtig, die Beschaltung des neuen IC´s zu erfahren. Zu diesem Zweck bekommt man entsprechende Datenblätter, aus denen die typischen Anwendungsschaltungen entnehmbar sind. Solche Datenblätter findet man kostenlos im Internet, Mit einem solchen Datenblatt "bewaffnet" machte ich mich an die Arbeit, eine komplett neue Platine in den Verstärker zueinbauen. Das wäre zwar ein Aufwand, der sich eigentlich nicht rechnt - das war mir jedenfalls klar. Andererseits dient eine gewisse Herausforderung ja auch dazu festzustellen, wo bei einem Menschen die Grenzen sind. Auch die zweite Hürde, das OK des Besitzers, war nach Rücksprache mit diesem genommen. Ja, und damit begann die Zeit, reichlich Erfahrungen zu sammeln. |
Erst mal war es wichtig, die Beschaltung des neuen IC´s zu erfahren. Zu diesem Zweck bekommt man zu den Bauteilen auch entsprechende Datenblätter, aus denen die technischen Daten sowie die typischen Anwendungsschaltungen entnehmbar sind. Solche Datenblätter findet man kostenlos im Internet, oder kostenpflichtig bei den verschiedenen Herstellern. Ich konnte jedoch glücklicherweise auf die erste Variante zurückgreifen. Mit einem solchen Datenblatt "bewaffnet" machte ich mich an die Arbeit. Glücklicherweise fand ich im Internet auch das Layout für eine simples Layout des Verstärker-IC´s. |
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Irgendwann hatte ich einmal einen kleinen Film bei You Tube gesehen, darin hatte ein Hobby-Bastler eine Platine aus laminierter Pappe hergestellt. Hört sich sehr kurios an, sicherlich, doch seine vorgezeigten Ergebnisse waren nicht schlecht. Erst einmal hatte sich dieser Hobbyist das Layout der Schaltung und einen Bestückungsplan auf ein normales weißes Blatt Papier ausge-druckt und zurechtgeschnitten. Anschließend hatte er das Papierlayout mittels Laminiergerät und entsprechender Folie eingeschweißt. Und die Schaltung darauf funktionierte - einwandfrei!
Ja, das war das "Ei des Kolumbus". Ein Laminiergerät und dazu gehörende Folien besaß ich, also konnte ich doch mal versuchen, eine solche "Papierplatine" selbst herzustellen. Nach einem Fehlversuch gelang der zweite Versuch auf Anhieb. Ich hatte ein einwandfreies Platinenlayout in einer stabilen Folie. Die Löcher für die Bauteile bohrte ich via eines 0,8 mm Bohrers mit dem Dremel. Hervorragend!! |
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Selbst das Verlöten auf der Laminierfolie ging ohne Probleme. Hierzu muss man wissen, dass die Folie bedingt durch den Laminiervorgang recht Hitzebestänig ist. Die Platine wurde erst zum Schluss mit dem IC verbunden, so dass diese mit der Lötseite nach oben zeigte. In der eingelöteten Position wäre es nämlich nicht mehr möglich gewesen, das IC an den Kühlkörper zu schrauben. |
Wahnsinn, ein Erfolgserlebnis mehr - nur die Klangregelung musste zur neuen Hybrid angeglichen werden. Danach ließ sich Bass und Höhen wieder richtig einstellen.
Damit hatte es wieder einmal ein alter Verstärker geschafft, nicht auf dem "Müll der Vergessenheit" entsorgt zu werden. Jedenfalls konnte ich dem Besitzer das "Schätzchen" wieder funktionsfähig aushändigen. Die Freude über die gelungene Reparatur stand ihm wörtlich im Gesicht geschrieben.
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